Freitag, 20. September 2019

 

Wobei Musa auch in diesem Punkt sehr zielstrebig ist: „Gemeinsam mit meiner Frau besuche ich einen Deutschkurs hier in Bredstedt“, sagt er und berichtet von diversen Praktika, die beide seit ihrer Ankunft schon absolviert haben: „Rifadijel hat im Altenheim und in der Kleiderkammer gearbeitet. Ich war schon auf dem Bauhof und bei einem Unternehmen in Bordelum. Außerdem helfe ich ehrenamtlich bei der Tafel in Bredstedt. Und ich spiele Volleyball“, zählt er stolz seine Aktivitäten auf.

„Besser kann Integration nicht funktionieren“, meint auch der stellvertretende Wehrführer Kurt Viertel, der gerne noch mehr Asylbewerber in den Reihen der Feuerwehr sehen würde, denn gerade sie wollen gerne etwas tun und erreichen, wollen raus aus der Isolation, unter Menschen kommen, Freunde finden und einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen. Dabei hat Musa Mustafa eher zufällig den Weg zur Freiwilligen Feuerwehr gefunden, denn eigentlich wollte er nur seinen Sohn Albert (10) bei der Jugendtruppe anmelden. Auf die Frage „Sag’ mal, willst Du selbst nicht auch bei uns mitmachen?“ habe der Vater nur kurz überlegt und dann zugestimmt, berichtet Kai Lorenzen.

Und nachdem sich der Wehrführer bei Bürgermeister Knut Jessen rückversichert hatte, dass der Asylbewerber alle für die Mitgliedschaft notwendigen Voraussetzungen mitbringt – dazu gehört, dass er als Bürger der Stadt Bredstedt anerkannt sein muss, um im Feuerwehrdienst auch versichert zu sein – wurde Musa Mustafa eingekleidet und zum Dienst bestellt.

Eine Entscheidung, die bisher keiner bereut hat, auch weil so Vater und Sohn ein gemeinsames Hobby für sich entdeckt haben und nun viel zusammen unternehmen und erleben können. Noch muss der kleine Albert, der vor allem durch das Zusammensein mit Schulfreunden sehr schnell und sehr gut Deutsch gelernt hat, manchmal als Übersetzer tätig werden. Bei dem Engagement ist es aber nur eine Frage der Zeit, bis sein Vater auch ohne Hilfe klar kommt. Und wenn Alberts kleine Schwester in ein paar Jahren alt genug ist, will Albert die jetzt Siebenjährige auch für die Jugendfeuerwehr begeistern. „Wir lieben Bredstedt, wir wollen hier bleiben“, betonen beide und bedanken sich herzlich „bei den vielen netten Leuten, die sich hier um uns kümmern“.

Quelle: Silke Schlüter SHZ

 

 

 

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